Archive for März 2011

Im Nachtflug

Rotgleißende Sonnen diesseits der hellmilchigen Sterne.
⎯ Der Kosmos nach Himmelsrichtungen sortiert.
Sternschnuppen, orangeflirrend leuchtend, verblassen.
⎯ Wünsche im Sekundentakt.
Die Landebahnmarkierung fließt vorbei.
⎯ Lange Stunden, im Nachtflug zu Dir.

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Existence

You will remember when a bird crashed through a window and fell to the floor. You will remember, those of you who were there, how it jerked its wings before dying, and left a spot of blood on the floor after it was removed. But who among you was first to notice the negative bird it left in the window? Who first saw the shadow that the bird left behind, the shadow that drew blood from any finger that dared to trace it, the shadow that was better proof of the bird’s existence than the bird ever was?

Jonathan Safran Foer, Everything Is Illuminated

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Compensatory pleasures

A lack of desire to spend money becomes a symptom of disease that requires expensive medication. Which medication then destroys the libido, in other words destroys the appetite for the one pleasure in life that’s free, which means the person has to spend even more money on compensatory pleasures. The very definition of mental ‘health’ is the ability to participate in the consumer economy. When you buy into therapy, you’re buying into buying. And I’m saying that I personally am losing the battle with a commercialized, medicalized, totalitarian modernity right this instant.

Jonathan Franzen, The Corrections

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Nur mir selbst

»Nein, ich gehöre niemandem. Nur mir selbst gehöre ich«, so dachte er. Er hatte Angst davor, kaltschweißige Angst, einem anderen Menschen zu gehören. Lange Zeit war vergangen, doch das Scheitern fraß sich immer noch wie Säure durch jeden geöffneten Spalt seiner Seele.

Von der Frühjahrssonne gewärmt ließ er es zu, sich vorzustellen, wie es sich anfühlen könnte, jemandem zu gehören. Jemandem verpflichtet zu sein. Sein Leben vor jemandem verantworten zu müssen. »Ein Glück, dass ich nur mir gehöre.«, sagte er zu sich selbst.

Er hatte vergessen, wie Leben geht.

Sie nahm ihn an der Hand und zeigte es ihm, ganz behutsam. Es tat gut, jemandem zu gehören.

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God loves the plagiarist. And so it is written, »God created humankind in His image, in the image of God He created them.« God is the original plagiarizer.

Jonathan Safran Foer, Everything Is Illuminated

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Un/stetig

Zaudernd fallen.
Ungebremst fliegen.
Nur die Unstetigkeit ist stetig.
Komisch, dass es nie geradeaus geht.
Gut, dass es nie geradeaus geht.

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Heutzutage

Heutzutage ist es fast unmöglich geworden, von der Art der Wortwahl, der Kleidung oder vom Musikgeschmack der Menschen auf ihren Bildungsgrad zu schließen. Das Beste ist, man behandelt jeden, der einem über den Weg läuft, wie einen gestandenen Intellektuellen.

Ian McEwan, Abbitte

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