Archive for Januar 2014

Doing my laundry

One time, I remember, I was in a laundromat. It was a laundromat in Marseilles, France. “Marseilles.” Do you hear that? It’s a mattress of a word, with a lot of spring to it. “Marseilles.” I was in there, doing my laundry, and I look over, and there’s this guy there, this little guy. He was kind of pale, pasty looking. But moving with a methodical grace. And I said, Ed? And he looked up slowly. He nodded, cavernously. I said, Ed Poe? And he said, Mm-hm. And then he peered closely at me. He said, Paul? Paul Chowder? And I said, Yes, Ed! How are you doing? Been a long time. He nodded. I said, I see you’re folding some underpants there. He said, Yes, I am. Doing my laundry. You? I said I’m doing my laundry, too. And I mean, if you’re going to do your laundry, this place is probably as good as or better than any place I can think of. Marseilles, France. Or “Fronce,” as we say. And I said, Can I venture to ask how the poetry’s going? He said, It’s going pretty well, pretty well. I wrote a poem, and I got paid for it, and it was in the newspaper. And I said, That’s fantastic. What’s it called? And he said, It’s called “The Raven.” I said, Holy shit, Ed, “The Raven.” Great title. What’s it about? And he said, It’s about a man who has a visit from a raven. And I said, That sounds really promising. What does the raven stand for? Death and fate and horror and government wiretapping and stuff like that? And he just looked at me. He wasn’t about to explicate his poem for me. Which I understand. And I said, Well, listen, take care. I grabbed my bag of laundry. I said, It’s been great seeing you. Stay happy. And he said, You too, it’s good seeing you. We waved again. Take care, bye-bye. Watch out for the big swinging blade. And I walked out the door of the laundromat. Off down the street. And that was the time that I ran into Edgar Allan Poe.

Nicholson Baker, The Anthologist

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Das sei alles nichts Ungewöhnliches, sagte der Doktor, ein Mensch, der auf diese Zeit und ihre Gesellschaft nicht mit Hostilitäten, Allergien, Pusteln, Idiosynkrasien, Schuppenflechten, Animositäten, Erstickungs-Anfällen, Phobien und Neurosen auf dem Fundament diffuser Angst reagiere, sei anomal oder, wie die meisten, pervers. Pflegen Sie Ihre Neurosen, rief der Arzt mit dem rechten Lid zuckend, kultivieren Sie Ihre allergischen Reaktionen, und suchen Sie vielleicht die lehrreiche Gesellschaft anderer Phobiker!

Ingomar von Kieseritzky, Traurige Therapeuten

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Tag für Tag

Tag für Tag geschehen in der Welt Dinge, die sich nicht erklären lassen mit den Gesetzmäßigkeiten, die wir von den Dingen kennen. Tag für Tag werden sie erwähnt und wieder vergessen, und dasselbe Rätsel, das sie brachte, nimmt sie wieder mit, verwandelt ihr Geheimnis in Vergessen. So lautet das Gesetz, demnach alle nicht erklärbaren Dinge dem Vergessen anheimfallen müssen. Die sichtbare Welt nimmt im Sonnenlicht ihren Lauf. Das Fremde aber beobachtet uns aus dem Schatten heraus.

Fernando Pessoa, Das Buch der Unruhe des Hilfsbuchhalters Bernardo Soares

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Unsere größte Angst

Unsere größte Angst für belanglos erachten, nicht nur im Leben des Weltalls, sondern auch in dem unserer Seele, deutet auf Weisheit hin. Dies zu tun, wenn diese Angst uns ergreift, bedeutet Weisheit. Leiden wir, erscheint uns der menschliche Schmerz maßlos. Doch ist weder der menschliche Schmerz maßlos – denn nichts Menschliches ist maßlos –, noch ist unser Schmerz mehr als ein von uns empfundener Schmerz.

Fernando Pessoa, Das Buch der Unruhe des Hilfsbuchhalters Bernardo Soares

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Alles, was ich geschrieben habe, ist grau. Man könnte meinen, mein Leben, selbst mein geistiges, sei ein Regentag, an dem alles Ereignislosigkeit und Halbdunkel ist, leeres Privileg und vergessener Grund. Ich gräme mich in zerrissener Seide. Erkenne mich nicht, weder im Licht noch in der Langeweile.

Fernando Pessoa, Das Buch der Unruhe des Hilfsbuchhalters Bernardo Soares

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Feste, eindeutige Meinungen, Instinkte, Leidenschaften und einen zuverlässigen, erkennbaren Charakter haben – all dies macht aus unserer Seele schrecklicherweise etwas Reales, Materielles und Äußerliches. Ein wohliger, fließender Zustand der Unkenntnis aller Dinge und der eigenen Person ist der einzige Zustand, in dem es sich für einen Wissenden angemessen und herzerwärmend leben läßt.

Fernando Pessoa, Das Buch der Unruhe des Hilfsbuchhalters Bernardo Soares

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Weiß ich?

Ich weiß nicht, wer du bist, aber weiß ich mit Bestimmtheit, wer ich bin? Weiß ich, was träumen heißt, um zu wissen, was es bedeutet, dich meinen Traum zu nennen? Weiß ich, ob du nicht ein Teil von mir bist, der vielleicht wesentliche und wirkliche? Und weiß ich, ob nicht ich der Traum bin und du die Wirklichkeit, ich ein Traum von dir und nicht du ein Traum von mir?

Fernando Pessoa, Das Buch der Unruhe des Hilfsbuchhalters Bernardo Soares

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