Posts Tagged ‘Sibylle Berg’

Wie ein schwerer, alter Hund

Wie ein schwerer, alter Hund liegt unsere Geschichte neben uns am Boden.

Sibylle Berg, Der Mann schläft

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Die kleine Melancholie

Es war neu, dass ich die kleine Melancholie, die oft bei mir zu Besuch war, einem klaren Ursprung zuordnen konnte. Der bedauernswerte Zufall, der Menschen geschaffen hat, ohne sie mit einer klaren Aufgabe auszustatten, war ohne jemanden, den man gerne berühren wollte, schwer zu ertragen.

Sibylle Berg, Der Mann schläft

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Wir wirken wie zwei Figuren aus einem existenzialistischen Film, der sechs Stunden dauert und in dem kaum gesprochen wird, in minutenlangen Sequenzen rinnt Wasser an Scheiben hinunter, und ein nasser Hund eiert am Horizont entlang.

Sibylle Berg, Der Mann schläft

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Eine unpopuläre Idee

Ich hatte aufgehört zu träumen, von Freitreppen, auf denen ich in mein Schloss wandeln würde, Friedensnobelpreisen oder der Begegnung mit der großen Liebe. Dazu hatte ich sie schon zu oft getroffen. Dem ungeheuren Theater, das uns allen ständig als Gradmesser der eigenen Gefühle vorgeführt wird, misstraute ich bereits nach dem Ende der Pubertät. Da musste immer Besinnungslosigkeit sein und Kontrollverlust, Auflösung und unbedingt Seelenverwandtschaft. Alles Zustände, die mir zuwider waren. Ich fand meine Seele nicht so überragend, dass ich mir noch einen mit den gleichen Unfähigkeiten gewünscht hätte. Liebe wurde in der öffentlichen Wahrnehmung mit etwas Pathologischem gleichgesetzt und hatte mit weggebissener Unterwäsche und Schweiß zu tun. Dass es sich im besseren Fall um etwas Familiäres, Freundschaftliches handelte, war eine unpopuläre Idee.

Sibylle Berg, Der Mann schläft

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